Hier kommt ein Liebeslied – Ihr kriegt ein´Liebesbrief

INTRO: Viele Menschen kennen es, unglücklich verliebt zu sein. Es gehört zum Leben dazu. Es bringt uns weiter, auch wenn es sich meistens genauso nicht anfühlt. Ich beginne mit einem nie weiter gegebenen „Liebesbrief“ und möchte später näher darauf eingehen. Ich bin überzeugt, es wird Etwas für dich dabei sein und ich freue mich auf die Diskussion.

„Lieber Sanches 🙂

Vielleicht sind es nur Projektionen. Vielleicht schubse ich alle meine Sehnsüchte in deine Richtung ohne mir die Mühe zu machen klar und objektiv zu sehen, wer du als Mensch bist, wo du hin willst, was für dich von Bedeutung ist. Vielleicht klebe ich so an dir, weil du nicht MEHR von mir willst, weil du ohne mich auskommst. Brauche ich ein Machtspiel? Bin ich von meinem Ego getrieben?

Oder spricht mein Bauchgefühl und hat Recht, wenn es sagt, ER ist ein Guter. Ihr gehört zusammen. Da ist ein Weg, ein Wohlwollen, ein Verständnis ohne Worte, Inspiration und Liebe.

Ich frage mich gerade was ich mir von dir wünsche? …

Ich wünsche mir vom Universum, von Gott, dass, WENN mein Bauchgefühl Recht hat, wenn es sein soll, du und ich, dass wir zusammen kommen. Ich wünsche mir, dass du mein „Licht“ sehen kannst. Dass, du weißt, dass ich über den Tellerrand gucke, dass Liebe für mich die Kraft ist um wahrhaftig zu leben und um mich auszudrücken. Dass, mein Streben darin besteht, ein guter Mensch zu sein. Das bedeutet nicht, dass ich es allen Recht machen muss, sondern dass ich ein Vorbild sein möchte. [..]

Ich glaube, dass du und ich, einige Gemeinsamkeiten haben und dass wir uns gegenseitig bestärken könnten. Dass wir es könnten, uns auch gegenseitig den nötigen Freiraum zu geben. Und Vertrauen.

Ich denke, ich liege nicht so falsch. Vielleicht ahnst du schon längst, wer ich bin und wer ich sein will. Deshalb will ich Nichts mehr ausprobieren, mich nicht mehr anstrengen um deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich kann ein Spiel manipulieren, aber nicht das Schicksal. Gottes Wille geschehe! Ich hoffe, dass ich bald aus dieser Warteschleife herauskomme, wieder mehr Kraft und weniger Kummer habe. Dass ich bald Gewissheit habe und sich meine Wünsche erfüllen.

Es war schön dich kennengelernt zu haben. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Bleibe so großartig, wie ich denke, dass du bist. Bussi“.

Dazu möchte ich wichtige Punkte besprechen:

Der Mann auf den ich mich da bezogen habe, ist in meinen Augen viel zu cool um ihm so viel „Schmalz“ zu servieren. Er würde es verstehen, aber es wäre zu viel für ihn. Es würde ihn überfordern.

So einen Brief zu schreiben hat mir aber sehr geholfen. Weil ich wichtige Angelegenheiten für mich klären konnte und das möchte ich auch anderen vorschlagen zu tun.

Wer fehlt dir, was fehlt dir und warum? Wer ist dieser Mensch, der deine Wünsche nicht erfüllen kann, der nicht das Gleiche für dich empfindet? Wer willst du sein, für dich und für andere? Wie soll er dich wahrnehmen?

Ein kleiner Exkurs – Sehnsucht:

In dem Wort Sehn-SUCHT steckt ja schon drin, dass es sich um einen ungesunden Kreislauf handelt aus dem man sich wieder hinaus entwickeln sollte. Ich dachte lange, man müsse dafür strikt, konsequent und diszipliniert sein. Dass es darum geht, sich selbst dieses „unnötige“ Verlangen zu verbieten. Wie bei einer Raucherentwöhnung oder Diät. „Nein, du darfst nicht“. Das ist unglaublich schwierig. Deshalb versuche ich nunmehr schlechte Gewohnheiten durch neue, bessere Gewohnheiten zu ersetzten. So etwas muss nicht von heute auf morgen funktionieren. Wenn ich spielerisch und mit Vergnügen in Neues hineingehe, werde ich immer den größeren Erfolg haben, als wenn ich mich täglich ermahne etwas zu tun oder zu unterlassen.

Sehnsucht versus Liebe

Um auf das Liebesthema zurück zu kommen. Liebe ist immer in Bezug zu etwas oder jemanden, deshalb will man auch in Beziehung leben anstatt ein Gefühl von Zuneigung in der Isolation auszuleben. Sehnsucht entsteht, wenn das Gefühl der Zuneigung hinausgehen will! Wenn es aber keinen Response gibt, ist es an der Zeit über die Situation zu reflektieren. Zu erkennen worauf man Einfluss hat und wann man aufgeben bzw. loslassen muss.

Das Wort „Loslassen“ kann schon sehr nervig sein, weil jeder gut gemeinte Ratschlag mit diesem Wort herumschleudert, aber kein Mensch auf Knopfdruck loslassen kann. Wisch und weg! Erschwerend kommt unser Zeitgeist hinzu. In meiner Umgebung wirkt es so, als könnte man einfach Alles kontrollieren. Seine Figur, den Alterungsprozess, Erfolg und eben auch Emotionen und „Liebesglück“. Man muss dafür NUR etwas Tun oder Kaufen oder Konsumieren. Augenauswischerei! Wir Menschen können nicht ALLES beeinflussen oder gar bestimmen. Und es ist irreführend, wenn man glaubt, man müsste immer GEGEN das SCHLECHTE arbeiten. Liebeskummer ist ein Gefühl. Traurigkeit ist ein Gefühl. Es zu erkennen, es zu erleben und weiter zu leben. Darum geht es.

Loslassen bedeutet, eine Überzeugung, eine Erwartung, eine fixe Vorstellung wieder frei zu geben. Warum fällt das so schwer? Weil das was danach kommt, nicht gesehen und auch nicht kontrolliert werden kann. Ich gebe zum Beispiel die Vorstellung von ihm und mir als glückliches Liebespaar auf. Ok. Wer verspricht mir, dass etwas Besseres auf mich wartet. Geht nicht. Ich kann mich nur bemühen daran zu glauben. Wenn ich öfters schon die Erfahrung gemacht habe, dass das Loslassen gut für mich war, wird es mir auch in Zukunft leicht fallen. Wenn ich hingegen von einer Liebespleite in die nächste gerauscht war, dann wäre ich ja fast schon verführt im Tal der Unglücklichen zu bleiben, rein aus Gewohnheit 🙂

Der Schlüssel zum Glück ist es, sich keine zu detaillierten Vorstellungen von der Zukunft zu machen, weil es immer nur Ableitungen von den Erfahrungen aus unserer Vergangenheit sind. Überlege dir mal: Über die kleinen Wunder im Leben, denkt man sich doch fast immer: „Das hätte ich mir NIE erträumt!“.

Wenn du bereit bist für eine Neuordnung in deinem Liebesleben, dann geht es wahrscheinlich nur mit dem Mut ins Unbekannte zu tendieren. Darauf zu vertrauen, dass das was folgt gut sein wird. Besser als das was du bisher kanntest. Wenn man sich selbst diesen einen Satz glaubt: ich bin bereit für die Liebe... Das könnte was werden!

Zum Thema „Loslassen“ möchte ich abschließend noch etwas Praktisches vorschlagen:

Frag dich, warum du nicht loslassen kannst, warum du davon überzeugt bist, dass diese Verbindung wertvoll für dich ist. Deine Antwort ist richtig und behalte es für dich wie einen Baustein der sich in das nächste Mosaik einfügen wird. Vielleicht ist das was du für dich definierst ein Thema das dich und deinen Zukünftigen verbindet. Oder der „Baustein“ wird sich in einer völlig anderen Konstellation widerspiegeln. Du hast Nichts verloren! Aus dem gemeinsamen Humor, dem tollen Sex oder der Leichtigkeit die du und der andere Mensch hattet, nimm dir die Elemente die dir gefallen und gib sie frei um sich wieder neu zu verbinden.

Die Message geht frei und wird an der richtigen Stelle landen ohne dein Zutun. Darauf vertraue!

Wenn noch immer Nichts für dich dabei war um vom Liebeskummer abzukommen, könnte mein letzter Anstoß mit dir resonieren. Was gibt dir dieser Kummer? Warum brauchst du ihn? Was passiert mit dir und was daran liebst du?

– Bist du gechallenget? Motiviert zu deiner besten Version zu werden? Bist du in die Knie gezwungen und genießt es am Boden zu liegen. Fühlst du dich dadurch geerdet? Ich könnte unendlich weiter machen Gründe zu nennen, weshalb man im Kummer, im Herzschmerz bleibt.

Weil es die besten Schriftstücke, Lovesongs und Filme nicht gäbe, wenn nicht mindestens einer Liebeskummer gehabt hätte. Ist das jetzt negativ? 🙂

Kommentar verfassen